Das Mitarbeitermagazin von team neusta

Ich gehe zu einem Punkt im Verkaufsraum. Der POS (Point of Sale). Vielleicht ist er ein klassisches Regal, möglicherweise ein Roboter, der mich in froher Erwartung anschaut, oder ein kleiner Präsentationssockel samt Bildschirm. In jedem Fall ist dem künstlichen Gegenüber längst klar, was ich zuletzt gekauft habe, was mich darüber hinaus interessieren könnte und was mich zukünftig triggert. Das Ganze funktioniert über Gesichtserkennung. Alternativ reicht auch die Hinhaltetaktik der Smartwatch an einen entsprechenden Scanner: Durch NFC-Technik werden die Visitenkartendaten abgeglichen, die Identität erkannt und schon steht dem Shoppingerlebnis nichts mehr im Wege.

Bis hierin nichts Neues

Das ist die Realität. Technisch keine große Herausforderung mehr und auch der Verbraucher weiß längst, dass die Showrooms von Amazon, Nike und Co. nicht mehr klassisch mit einem Einkaufswagen zu betreten sind. Die spannende Frage: Wie erreichen mich die Waren? Beispiel: Ich mache meinen Wocheneinkauf. Die Standards wie Zahnpasta und Toilettenpapier werden mir wöchentlich angeliefert. Ökologisch wertvoll per Lastenrad an meine Packstation. Soweit schon heute Realität.

Verlockung

Aber ich will schließlich auch spontan etwas kaufen. Ich will mich inspirieren lassen und sehen, was es Neues gibt – ich möchte die Produkte anfassen. Chipspackungen sind nicht nur künstlich mit Luft aufgebläht, um mehr Inhalt zu suggerieren. Sie liegen damit besser in der Hand. Sie knistern verführerisch. Was bietet mir also der Handel der Zukunft, um das Produkt haptisch erfahrbar zu machen? Liegt im dm-Drogerie Markt nun eine einzige Tüte je Geschmack und Hersteller, an der alle rumfummeln können und die ich im Anschluss online beziehe? Eher unwahrscheinlich.

1, 2 oder 3 … letzte Chance …

Eine spannende Frage. Meine Hoffnung lenkt den Blick auf jemanden, den es nach Meinung vieler Experten eigentlich schon längst nicht mehr geben dürfte: Den Einzelhandel. Es wird immer Produktgruppen geben, die Menschen aus Verbundenheit spontan kaufen wollen. Egal ob Grünkohl oder Lederschuhe. Mein Appell: Reaktiviert die Markthallen, setzt auf alternative Konzepte und das Erlebnis „Einkauf vor der Haustür“. Setzt auf persönliche Beratung, regionale Produkte und kurze Wege. Und auf Innenstadtkonzepte, die uns einladen zu verweilen.

Ihr Kunde aus Gegenwart und Zukunft