Das Mitarbeitermagazin von team neusta

„Es ist das Jahr 2025. Wir blicken in das Geschäft eines erfolgreichen stationären Einzelhändlers: Die Angestellten befinden sich in Beratungsgesprächen mit den Kunden. Roboter haben Art, Bestand und Platzierung der Produkte in den Regalen erfasst, bei Bedarf neue Waren nachgefüllt und verstreute Gegenstände wieder an ihren Platz gebracht. Smartphone-Apps führen Kunden zu den gewünschten Produkten, informieren über Sonderangebote und beantworten Fragen zum Sortiment. Mitarbeiter von Kurierdiensten werden ebenfalls gezielt zu den Waren geleitet, die sie abholen und ausliefern sollen. Nicht zuletzt unterstützt die Technik sehbehinderte und bewegungseingeschränkte Personen beim selbstständigen Einkauf.“

Quelle: Konzept K4R

Roboter, die die Regale einräumen, Mitarbeiter, die Zeit für individuelle Beratung haben und Kunden, die zufrieden ihre Waren aufs Band legen: Dieses Szenario klingt nach einem Traum für jeden Einzelhändler und Kunden und ist gerade deshalb die Vision der Konsortialpartner rund um das Projekt „Knowledge4Retail“(K4R). Doch was steckt dahinter? Die Teams hinter K4R haben sich zum Ziel gesetzt, eine KI-basierte Open Source-Plattform zu entwickeln, die als Kernlösung sowohl für komplexe KI-Anwendungen zur Planung von Filialen als auch für Robotik-Anwendungen in einem stationären Shop dient. Die Lösung soll die Vorteile aus der digitalen Welt des Handels in die stationäre Welt transformieren, um beide miteinander zu verbinden. Um dies zu verwirklichen, hat sich team neusta mit Partnern wie dm-drogiere markt, dmTECH, dem EHI Retail Institute, dem DFKI und dem IAI der Universität Bremen zusammengeschlossen. Gemeinsam mit weiteren Partnern und verschiedenen team neusta-Tochtergesellschaften erfolgte die Ausarbeitung eines Konzeptes und die erfolgreiche Teilnahme am bundesweiten KI-Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie: Im September 2019 setzte sich K4R gegen mehr als 130 Bewerber durch und zählt zu den zehn prämierten Gewinnern des Wettbewerbs. Dies ebnet nun den Weg für eine Bundesförderung zur Realisierung des Projekts und somit auch den Weg zu einer Transformation des stationären Einzelhandels – ein notwendiger Schritt, um sich zukünftig wettbewerbsfähig gegenüber dem Online-Handel aufzustellen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Wettbewerbsphase startet 2020 die Realisierung des Projekts. In den nächsten drei Jahren wird eine Basis geschaffen werden, um den Einzelhandel zu revolutionieren.

Die Technologie

Das Konsortium verfügt bereits über hochentwickelte Softwarekomponenten und Vorarbeiten für die Grundfunktionalitäten der „Knowledge4Retail“-Plattform, beispielsweise aus dem EU-Projekt „REFILLS“. Die Technologie basiert unter anderem auf dem Prinzip der semantischen digitalen Zwillinge (semdZ). SemdZ vereinen verschiedene Informationsquellen und -formate. Sie beschreiben die erhobenen Daten mithilfe formaler Logik, um die Semantik der Daten explizit und maschinenverständlich zu machen. Es entsteht also eine Datenstruktur mit Bild-, Raum-, Kunden- sowie Wareninformationen einer Filiale. Gleichzeitig wird das Geschäft von einem autonomen Scan-Roboter vermessen, das Sortiment aufgenommen und digital widergespiegelt. Ein Vorteil: Der stationäre Einzelhändler kann die zuvor gemessenen Daten nutzen, um zum Beispiel Sortimentszusammenstellungen individuell für jede Filiale anzupassen und bestimmte Vorgänge zu automatisieren.  Aktuell gibt es jedoch nur Prototypen und noch keine Plattforminfrastruktur, die diese Daten speichern, analysieren und vermarkten kann – das soll K4R in Zukunft lösen.

Weitere Informationen zu „Knowledge4Retail“, Use Cases und alle Partner findet ihr unter: https://knowledge4retail.org/