Das Mitarbeitermagazin von team neusta

In seiner Freizeit beweist unser Kollege Matthias Plettau, Campusmanager von team neusta, flinke Finger und Geschicklichkeit beim Bau eines Flippers sowie beim Spielen.

Wie bist du zum Flippern gekommen?
Als ich ungefähr fünf oder sechs Jahre alt war, fing ich an, mich für technische Geräte zu interessieren und war begeistert von den riesigen Flipperautomaten. Ein Automat misst ungefähr 195 x 60 x 135 cm. Die Größe, die Musik und die Lichter haben mich seit jeher fasziniert. In den Neunzigern war ich oft mit meinen Freunden in unserer Stammkneipe zum Flippern. Außerdem habe ich gerne „Pinball Dreams“ am Amiga gespielt.

Hast du einen eigenen Automaten?
2009 bin ich in mein eigenes Haus gezogen und hatte Platz und Zeit – da habe ich mir überlegt, einen Flipper zu kaufen. Über ein Forum habe ich einen Sammler in Fischerhude gefunden. Dort habe ich mir meinen ersten Flipper gekauft, den „Fish Tales“ von Williams aus dem Jahr 1992. Da ein Flipper auch bei Privatsammlern selten allein bleibt, kamen kurz darauf noch zwei weitere dazu. Bei den Automaten standen altersbedingt ständig Reparaturen an, die habe ich alle selbst und sehr gerne erledigt. Über die Datenbank „The Internet Pinball Database“ (www.ipdb.org) und in Foren habe ich mir hilfreiche Infos geholt. 2012 habe ich die Flipper dann wieder verkauft. Als ich mir letztes Jahr einen neuen zulegen wollte, hatten sich die Preise mittlerweile verdoppelt. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, selbst einen virtuellen Flipper zu bauen. Und das hat richtig Spaß gemacht!

Wie sieht dein Flipper aus?
Mein Anspruch war es, einen virtuellen Flipper zu bauen, der einem Original aus den Neunzigern gleicht, um sozusagen das Gefühl von früher zu bewahren. Die Konstruktionspläne habe ich mit SketchUp gemacht. Der Flipper hat ein Eigenbau-Holzgehäuse. Darin ist ein 42-Zoll-Fernseher als digitales Spielfeld verbaut. Ein normaler 27-Zoll-PC-Monitor dient als Backglass und ein kleiner, älterer Monitor darunter zeigt die erreichten Punkte an. Links und rechts vom kleinen Monitor sind PC-Lautsprecher eingebaut, unterstützt von einem Subwoofer. Innen gibt es unter anderem einen Rechner mit Windows 10, darauf läuft die Software „Visual Pinball 10“. Wichtig ist auch die Platine, die wertvolle Funktionen wie die umfangreiche Tasteneingabe, Beeinflussung des Kugellaufs per G-Sensor sowie die Licht- und mechanischen Soundeffekte durch entsprechende Bauteile ermöglicht. Die Beine des Flippers und die äußeren Knöpfe sind Originalteile, viele andere Sachen wie beispielsweise das „Tilt-Pendel“ habe ich selbst gebaut. Der gesamte Automat wiegt rund 150 kg und ich habe circa 400 Meter an Kabeln darin verlegt. In nächster Zeit möchte ich noch die Optik verbessern: Über das Spielfeld kommt eine Glasscheibe und die Seiten sollen ein cooles Design bekommen.

Was sind deine Lieblingsspiele?
Der Vorteil eines digitalen Flippers ist ja, dass man mehr als nur ein Spiel spielen kann – aktuell hab ich über 50 verschiedene Tische zur Auswahl. Mein Lieblingsspiel ist „Fish Tales“. „Indiana Jones: The Pinball Adventure“ und „AC/DC“ mit der Originalmusik sind auch toll. Andere Flipper-Fans bauen die analogen Spiele digital originalgetreu nach und stellen die dann online bereit.

Was muss man beim Flippern beachten?
Eigentlich kann jeder flippern. Flipper ist ein Geschicklichkeitsspiel: Man braucht Geduld und eine gute Hand-Auge-Koordination. Beim Multiball sind zum Beispiel zwischen zwei und sechs – oder sogar mehr – Kugeln zeitgleich auf dem Spielfeld. Generell kommt es auf den richtigen Abschusszeitpunkt und -winkel der Kugel an. Das einzige Ziel ist es, möglichst viele Punkte zu sammeln. Ich selbst spiele sehr gern, bin aber leider nicht besonders gut darin. 

Was war dein bisheriges Highlight?
Es ist immer ein Highlight, wenn ich einen Highscore aufstelle oder das Finale eines Spiels erreiche. Beim „Fish Tales“ würde ich gerne mal den Super-Jackpot knacken, so wie der Vorbesitzer meines alten Automaten. Für 2019 steht übrigens wieder ein neues Projekt für meinen Hobbyraum an: Ich will einen Flugsimulator für zwei Personen bauen.


Details zum Flipper
•    Rechner: Komponenten von 2012 und eine aktuelle SSD
•    Betriebssystem: Windows 10
•    Software: Visual Pinball 10.6 beta
•    Spielfeld: Fernseher mit 42 Zoll, Full HD
•    Steuerplatinen: PinControl 2 und Arcaze USB-Interface
•    Mechanische Effekte: mechanischer Ballabschuss, mehrere Buttons mit LED-Beleuchtung, Rundumleuchte, acht 24 -Volt-Schütze für das echte „Klack“-Geräusch
•    Gewicht: circa 150 kg
•    Länge aller verbauten Kabel: circa 400 Meter