Das Mitarbeitermagazin von team neusta

Was wollen und brauchen User*innen? Diese Frage muss bei der Entwicklung einer Anwendung, wie einer Website oder App, konstant im Blick behalten werden. Ob das gelungen ist, kann anhand eines User-Tests überprüft werden. Hieraus ergibt sich wiederum, an welchen Stellen das Team gegebenenfalls noch an der Benutzerfreundlichkeit (Usability)arbeiten muss. Ein User-Test gliedert sich in drei Phasen: Vorbereitung, Durchführung sowie Analyse beziehungsweise Auswertung. In der Regel dauert ein kompletter Benutzertest drei bis vier Tage. 

1. Vorbereitung
In der Vorbereitungsphase legt das Team diverse Aspekte des Tests fest: Ziel, Ort der Durchführung und das Zielpublikum – maximal fünf bis sieben Personen – sind zu bestimmen. Außerdem wird ein Skript für den Test entwickelt. Es ist empfehlenswert, vorab einen Testlauf mit dem Prototyp durchzuführen, um eventuelle Verbesserungen vorzunehmen. So lassen sich Anpassung an Testskript und Prototyp während der Durchführung vermeiden.

2. Durchführung
Es folgt der Tag der Wahrheit: die Durchführung. In der Regel begleiten zwei Personen den Testdurchlauf mit der Testperson. Ein*e Moderator*in leitet die Testperson an, ein weiteres Teammitglied beobachtet die Situation, bestenfalls in einem separaten Raum, und macht sich Notizen – zum Beispiel zu den Emotionen oder zu auffälligen Aussagen der Testpersonen. Zur besseren Nachvollziehbarkeit wird ein Test oft zusätzlich per Video aufgezeichnet. Die Testpersonen absolvieren innerhalb der Anwendung Aufgaben an einem technischen Gerät wie einem Laptop. Eine Beispielaufgabe wäre, in einem Fanshop einen bestimmten Artikel zu suchen, in den Warenkorb zu legen und ihn abschließend zu kaufen. Hierbei gilt es, die zuvor aufgestellten Hypothesen – das ist zum Beispiel eine vereinfachte Annahme wie „Der Kaufabschluss geht den Testpersonen leicht von der Hand“ – durch die Probanden bestätigen oder verwerfen zu lassen.
Während der Durchführung gilt es, zwei grundlegende Dinge zu beachten: Erstens sollte die Testperson dazu aufgefordert werden, während des Tests laut zu denken. Auf diese Weise ist für Außenstehende, also der Moderation und Observation, besser nachvollziehbar, was genau im Inneren der Testperson vorgeht. Zweitens sind Suggestivfragen tabu. Die Testperson darf durch die Fragen nicht in eine bestimmte Richtung gelenkt werden.

3. Analyse und Auswertung
Im Anschluss an den Test erfolgt die Analyse. Ziel ist es, aus den Ergebnissen weitere Schritte für das Konzept, das Design oder den Entwicklungsprozess der Anwendung zu gewinnen. Die Auswertung sollte vorgenommen werden, solange die Eindrücke noch frisch sind. Idealerweise wird noch am selben Tag ein De-Briefing mit allen am Test als Beobachter*in teilnehmenden durchgeführt. Die wichtigsten Erkenntnisse hieraus, positiv wie negativ, sind festzuhalten und können in ihrer Bedeutung beziehungsweise Auswirkung anschließend auch direkt gewichtet werden.